Sehr geehrte Leserinnen und Leser!
Zur Forderung des Bundeswirtschaftsministers Rösler, das Erneuerbare-Energien-Gesetz
abzuschaffen und durch ein Quotenmodell zu ersetzen, erklärt
Hans-Josef Fell, Sprecher für Energiepolitik:
Bundeswirtschaftsminister Rösler will offensichtlich die Energiewende
nicht und gefährdet hunderttausende Arbeitsplätze in der
Erneuerbare-Energien-Branchen. Bundeswirtschaftsminister Rösler
hat heute im Handelsblatt gefordert, das EEG durch ein Quotensystem
zu ersetzen.
Minister Rösler ignoriert dabei sämtliche Erfahrungen,
die international mit Quotensystemen gemacht wurden: Quotensysteme
sind aufgrund von Mitnahmeeffekten deutlich teurer als Einspeisungssysteme,
Quotensysteme führen zu einem deutlich langsameren Ausbau der
Erneuerbaren Energien. Ein Quotensystem bedeutet eine Deckelung
des Ausbaus Erneuerbarer Energien auf einen vorgegebenen Maximalwert.
Quotensysteme führen zu einer Monopolisierung des Ausbaus.
In Ländern mit Quotensystemen läuft der langsame und viel
teurere Ausbau der Erneuerbaren Energien nur über die Energiekonzerne.
Diese machen das Geschäft unter sich aus. Bürgerwindparks
haben in Quotensystemen ebenso wenig Platz wie neue Technologien.
Solarenergie gäbe es keine mehr.
Nach der Forderung nach einem Photovoltaik-Deckel fordert Minister
Rösler jetzt einen Erneuerbaren-Energien-Deckel. Der Ausbau
der Erneuerbaren Energien findet deutlich schneller statt, als in
den alten Ausbauzielen der Bundesregierung angedacht. Diese stammen
noch aus der Vor-Fukushima-Zeit. Die Bundesländer sind längst
an der Bundesregierung vorbei gezogen. Minister Rösler versucht,
das Rad zurück zu drehen. Dabei wurde aus der Sicht der Wissenschaft
das Thema Einspeisesystem versus Quotensystem schon lange zugunsten
des Einspeisungssystems entschieden (siehe Links zum Fraunhofer
Institut ISI und zur Cambridge-Studie von Dr. Karsten Neuhoff und
Lucy Butler).
Ganz nebenbei bricht Rösler, aktuell amtierender Parteivorsitzender
der FDP, auch noch ein Wahlversprechen. Im letzten Wahlprogramm
hatte sich die FDP für den Erhalt des EEGs ausgesprochen. Als
Begründung heißt es in dem Wahlprogramm:
„Von zentraler Bedeutung für den Markteintritt neuer
Akteure und für den kostengünstigen Ausbau der erneuerbaren
Energien ist dabei die Verlässlichkeit und Kalkulierbarkeit
der Förderung.“
Gerade der Bundeswirtschaftsminister bringt jetzt große Unsicherheit
in eine Branche mit hunderttausenden Arbeitsplätzen, anstatt
die Unternehmen mit einer Industriepolitik für Erneuerbare
Energien im härter gewordenen internationalen Wettbewerb zu
unterstützen. Damit gefährdet er die Technologieführerschaft
Deutschlands.
Hier geht es zum Artikel im Handelsblatt:
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/roesler-will-solarfoerderung-zusammenstreichen/6069208.html
Hier geht es zum FDP-Wahlprogramm 2009 (siehe Seite 56f):
http://www.fdp.de/files/565/Deutschlandprogramm09_Endfassung.pdf
Hier geht es zur Cambridge-Studie von Dr. Karsten Neuhoff und Lucy
Butler:
http://www.econ.cam.ac.uk/electricity/publications/wp/ep70.pdf
Hier geht es zur Studie des Fraunhofer ISI und der Energy Economics
Group:
http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=ragwitz%20quotensystem&source=web&cd=1&ved=0CCIQFjAA&url=http%3A%2F%2Fwww.feed-in-cooperation.org%2FwDefault_7%2FwDefault_7%2Fdownload-files%2Fresearch%2Fres-e-in-eu-zusammenfassung-final.pdf&ei=5QIUT5XANIzAswaPzvRD&usg=AFQjCNFarqpSZezeAEVUjFKDSylanpVAjw&cad=rja
Berlin, den 16. Januar 2012
Ihr Hans-Josef Fell MdB, Sprecher für Energie der Bundestagsfraktion
Bündnis 90/ Die Grünen
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Telefon: 030 - 227 72 158, Fax: 030 - 227 76 369
http://www.hans-josef-fell.de, Bei mir werden Erneuerbare Energien
groß geschrieben!
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